Welchen Sinn haben Kooperationen zwischen Brauereien?

|David Varela Naranjo
Welchen Sinn haben Kooperationen zwischen Brauereien?

Seit einiger Zeit beobachten wir, wie der Craft-Beer-Sektor vor Kooperationen zwischen Marken nur so brodelt, und man fragt sich, was es bedeutet, wenn wir auf einem Etikett den Begriff „collaboration“ oder „collab“ lesen. Wie im Alltag heißt das, dass sich zwei oder mehr Produzenten zusammengetan haben, um gemeinsam einen Sud Bier zu brauen.

In der Regel handelt es sich dabei um ein bisher unveröffentlichtes Bier; ein neues Rezept, das gemeinsam von verschiedenen Brauereien entwickelt und eingebraut wird, die zudem auf dem Etikett genannt sind. Das Ergebnis ist ein exklusives Bier, eine limitierte Edition, die nur selten wieder aufgelegt wird.

Collab Beer

Doch welchen Nutzen haben die beteiligten Brauereien? Auch wenn manchmal reine Freundschaft der Grund ist, sind die meisten dieser Co-Brandings sehr genau durchdacht und finden statt, wenn zwei Marken eine gemeinsame Positionierung anstreben. Über das Branding hinaus dienen Kollaborationen als Visitenkarte für neue Märkte. Es ist riskant, allein in einen neuen Markt einzutreten, doch an der Seite einer anderen lokalen Brauerei ist der Zugang deutlich einfacher.

Allerdings bleiben einige Kooperationen unvergesslich, weil die beteiligten Brauereien gemeinsam tatsächlich etwas erreichen, was sie allein nicht könnten. So im Fall von Guinness und Timmermans mit Lambic & Stout. Diese Klassiker haben sich zusammengetan, um das zu vereinen, was jeder von ihnen am besten kann. Solche Fälle sind ein rara avis, bei denen die Zusammenarbeit wirklich einen Mehrwert schafft, weil das Endergebnis ohne sie unmöglich wäre.

Collab Beer

Erwähnenswert sind auch Gedenk‑Collabs, sei es zum Jubiläum einer Brauerei oder eines anderen Meilensteins. So brauten zum Beispiel Cervecera Península und Cervesa La Pirata nach der Auszeichnung als beste Brauereien bei der letzten Ausgabe des Barcelona Beer Challenge eine Double IPA mit dem Namen Heavy Weight.

Sogar das Konzept der Bierkollaboration schwappt auf multinationale Konzerne über, deren Marken untereinander Kooperationen als Teil der Konzernstrategie eingehen. Klar ist, dass Kollaborationen kein vorübergehender Trend sind; wir werden immer mehr und immer vielfältigere sehen, stets mit dem Ziel, dass der Konsument sich besonders fühlt.

Collab Beer