Der Herbst kommt, und mit ihm verändert sich alles um uns herum. Die schwüle Hitze verschwindet, die Bäume färben ihre Blätter und die Strickjacke wird zu einem immer unverzichtbareren Accessoire. Warum sollte sich nicht auch unsere Bierdiät ändern? Hinter uns lassen wir die leichten Sommerlager und die fruchtigen, süffigen IPAs. Wir kehren nach dem Urlaub zur Arbeit zurück und müssen uns auf den eisigen Winter vorbereiten. Es bleibt nichts anderes übrig, als die Leistung des Bierreaktors hochzufahren, daher schlagen wir dir neun Stile zum Genießen vor, während die Blätter der Bäume unweigerlich zu Boden segeln.

- Golden Strong Ale: Lass dich von ihrem harmlosen, blonden Aussehen nicht täuschen. Das ist kein leichtes Schankbier. Es handelt sich um eine belgische List mit 8 % Alkohol und einer Fülle fruchtiger und würziger Eindrücke dank der Ester und Phenole ihrer charaktervollen Hefe. Leicht zu trinken wie ein Schmetterling, sticht zu wie eine Wespe.
- Märzen: Das ist das Bier, das auf dem Oktoberfest ausgeschenkt wird. Reicht es dir nicht als Argument, dass die Deutschen diesen Stil für ihr wichtigstes Fest wählen? Eine Lager mit wenig Alkohol (6 %), aber mit dem vollen Geschmack eines Bieres, das den Sommer über bei niedriger Temperatur gereift ist. Dieser Stil steht für Ausgewogenheit mit Malzbetonung und ein klares Ziel: Trinkbarkeit.
- Dubbel: als Fortführung des belgischen Zweigs sind es dunkle Biere mit noch stärkerem Malzcharakter, ebenfalls reich an Hefearomen. In Bezug auf die Intensität stellen sie die zweite Kategorie der Klosterbiere dar.
- Barley Wine: das Äquivalent zu einem Gerstenwein, wie der Name schon sagt. Süß, dicht und seidig. Man liebt sie oder man hasst sie. Pure Harmonie im richtigen Glas. Manchmal im Fass gereift. Das musst du probieren. Viel Alkohol, aber perfekt gerechtfertigt durch einen Körper, einen Geschmack und Nuancen, die bewegen.
- Rye Ale/Lager: einfach gesagt, Biere mit Roggen. Das ist nicht alltäglich, aber sehr interessant. Roggen verleiht eine würzige Note und erinnert an Brot.
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- Rauchbier: Rauchbiere, die perfekt zu unserem kollektiven Grill- und Kaminbild passen. Böse Zungen behaupten, sie erinnerten wegen der Rauchmalze an Speck, doch genau das ist ihr größter Reiz. Es sind einzigartige Biere. Der Rauch verleiht ihnen komplexe, reiche Aromen, und wenn sie gut gebraut sind, wirken sie nicht schwer. Ein Beispiel ist die deutsche Schlenkerla, die ihre Malze mit Buchenholz räuchert.
- Pumpkin Ale: Kürbisbiere sind in den USA beliebt, wenn sich Halloween nähert. Es handelt sich um Saisonbiere mit köstlichen süßen, karamellisiert-röstigen und zudem würzigen Eindrücken, die durch die Zugabe verschiedener Gewürze entstehen.
- Porter: Ein Klassiker unter den Klassikern. Wir haben es mit einem wenig aggressiven Schwarzbier zu tun. Erinnerungen an Schokolade und unzählige Varianten; weniger stark und trinkbarer sind die traditionellen britischen Interpretationen.
- Schwarzbier: das untergärige Schwarzbier. Die gesamte Röstigkeit der dunklen Malze ohne die fruchtigen Noten der Ale-Hefe. Es ist ein dunkles Lager, ebenso vollmundig und leicht zu trinken, aber mit einem herbstlicheren Profil.
Auch wenn einige dieser Stile das ganze Jahr über erhältlich sind, handelt es sich um Biere, die du besonders im Herbst genießen wirst – aufgrund des Kontexts und der begleitenden Bedingungen. Wie alles im Leben: Am besten zum richtigen Zeitpunkt. Hast du Lust?
