Hard Seltzer ist der neue Typ in der Stadt und ist mit frischem Wind aus den USA gekommen. Hinter diesem exotischen Namen, den man als „harter Sprudel“ übersetzen könnte, verbirgt sich ein Getränk mit 4 bis 5 Volumenprozent Alkohol, Kohlensäure und fruchtigen oder würzigen Aromen. Es ähnelt einem Bier, ist aber kein Bier. Es richtet sich an Menschen, die den Hopfensaft nicht vertragen, aber Freude an „Premium“-Getränken haben und einen leichten Alkohol-Kick suchen.
Die Gesetzgebung hat dieses Getränk noch nicht reguliert, daher gibt es kein Standardrezept. Es gibt alles Mögliche. Während einige Marken neutralen Alkohol zusetzen, erreichen andere den Alkoholgehalt durch die Fermentation von Zucker, Malz oder der jeweiligen Frucht. Ansonsten sind die Kombinationen nahezu unendlich. Es ist fast wie ein Cocktail in der Dose, mit einem Vorbehalt: Der entscheidende Unterschied liegt im Marketing.

Die Hersteller schreiben dem Hard Seltzer eine Reihe von gesundheitsfördernden oder zumindest nicht schädlichen Eigenschaften zu: kalorienarm und glutenfrei. Hier beginnt die Debatte: Kalorienarm im Vergleich wozu? Hard Seltzer tritt mit einer frischen, modernen Ästhetik auf. Im Vergleich dazu wirken Dosen mit Jack Daniels und Cola ziemlich altbacken, obwohl sie im Kern ähnlich sind: kohlensäurehaltiges Erfrischungsgetränk mit einem Schuss Alkohol.
In jedem Fall sind mehrere spanische Mikrobrauereien bereits auf den Zug aufgesprungen. So hat zum Beispiel Cervecera Península (Madrid) die Marke Wave in den Sorten Zitrone-Limette und Himbeere auf den Markt gebracht, die sie als „erfrischendes Getränk mit Geschmack (...) mit Kohlensäure und 4,5 % Alkohol. Unser völlig transparenter Hard Seltzer ist die perfekte Alternative, mit nur 99 kcal pro Dose und glutenfrei“ beschreiben.

Die Mikrobrauerei Savis (Málaga) beschreibt ihren Hard Seltzer wiederum als „neues alkoholisches Getränk, das aus natürlichen Früchten hergestellt und wie ein Bier fermentiert wird, um Alkohol und Kohlensäure zu erhalten. Der Alkohol entsteht durch Fermentation von Rohr- oder Traubenzucker. Das erfrischende, glutenfreie Getränk hat einen Alkoholgehalt von etwa 5 % Vol. und einen relativ niedrigen Kaloriengehalt.“ Die Andalusier gehen bei der Kombination von Aromen noch einen Schritt weiter und versuchen, beliebte Cocktails wie Mojito oder Gin Tonic nachzuahmen, ohne dabei Früchte wie Erdbeere und Kirsche außen vor zu lassen.

Die dritte Brauerei, die sich ins Abenteuer stürzt, ist Birra e Blues (Valencia), die eine Finanzierungsrunde in Höhe von 425.000 € abgeschlossen hat, um ihr eigenes Hard Seltzer unter der Marke RAD auf den Markt zu bringen.
Vorerst sieht der Biersektor in diesem neuen alkoholischen Getränk eine Chance. Auffällig ist, dass das Phänomen gleichzeitig an verschiedenen Orten der nationalen Szene entsteht, die traditionell auch am stärksten mit hohen Temperaturen auf der Halbinsel verbunden sind. Nun bleibt abzuwarten, ob sich Hard Seltzer wie in den USA durchsetzt oder zu einer vorübergehenden Modeerscheinung wird.
