Mit Kälte und Feuchtigkeit kommen die Winterbiere. Wir wissen nur zu gut, dass es in den verschiedenen Kulturen Bierstile für jede Jahreszeit gibt, die sich an die jeweilige Jahreszeit anpassen. In diesem Fall widmen wir uns der Christmas Ale, die man als Segment innerhalb der Winter Ales verstehen kann.
Es handelt sich um dunkle, gewürzte Biere zum Genuss in der Weihnachtszeit. Es gibt verschiedene Interpretationen, aber wir konzentrieren uns auf die belgische und die US-amerikanische Tradition, die bei den Zutaten den größten Spielraum für Kreativität lassen. Schauen wir uns einige Punkte an, die du beachten solltest, bevor du dich daran machst, deine erste Christmas Ale zu brauen.

- Gärung: Im Allgemeinen sind Weihnachtsbiere obergärig. Allerdings produzieren deutsche Brauer ihrer Tradition folgend auch mehrere Winterbiere, die nach Lager-Art vergoren werden.
- Farbe: Die meisten Christmas Ales sind dunkel oder zumindest kupferfarben. In jedem Fall erreichen sie nicht die Farbe eines Stouts. Dieses deutlich malzbetonte Profil erreicht in der Regel nicht die Intensität von Kaffee. Die Malzigkeit ist wichtig, darf aber das Gewürzprofil, das wir hinzufügen, nicht überdecken.
- Die Gewürze: Belgische Brauer entscheiden sich dafür, Gewürze hinzuzufügen, die an Weihnachten erinnern. Hier eröffnet sich je nach Geschmack eine große Bandbreite an Möglichkeiten. So können wir zum Beispiel Zimt, Anis, Nelken, Ingwer, Zitrusschalen, Kiefernnadeln, Beeren usw. hinzufügen. Es liegt an dir. Wichtig ist, dass es Gewürze sind, die harmonisch zum Stil passen. In diesem Sinne spielt der Hopfen meist keine Hauptrolle. Über seine Bittere hinaus trägt er wenig zum Gesamtbild bei, das ohnehin schon stark von den Gewürzen geprägt ist.
- Der Alkohol: Weihnachtsbiere beginnen in der Regel bei 6 % Vol., nach oben gibt es keine Grenze. Um den Alkoholgehalt zu erhöhen, setzen belgische und amerikanische Brauer auf vergärbare Zutaten, die zusätzlich ihren Geschmack an das Bier abgeben. Du kannst zum Beispiel Honig, braunen Zucker oder Ahornsirup hinzufügen.

Wie du siehst, sind es sehr gut trinkbare Biere. Wenn du Inspiration brauchst, kannst du einige klassische Referenzen probieren, wie die Christmas Ale von Anchor Brewing (USA), deren Rezept jedes Jahr wechselt, oder die von St. Bernardus (Belgien), unter anderen. Bedenke außerdem, dass du sie von einem Jahr zum anderen lagern kannst, was hilft, mögliche Ungleichgewichte auszugleichen, die durch die Gewürzmischung entstehen. Zögere auf jeden Fall nicht, dich ohne Angst an deine erste Christmas Ale zu wagen, denn es ist einer der kreativsten Bierstile.
