Cerveceros de España misst die Temperatur der Branche

|David Varela Naranjo
Cerveceros de España toma la temperatura al sector-Install Beer

Wie jedes Jahr veröffentlicht der Verband Cerveceros de España seinen sozioökonomischen Bericht über den Sektor. 2020 war jedoch kein gewöhnliches Jahr. Das vergangene Geschäftsjahr war von der Covid-19-Pandemie geprägt. Unter den wichtigsten Kennzahlen sticht ein Rückgang der Verkäufe in der Gastronomie um 37 % hervor, der durch einen Anstieg des Konsums im Haushalt um 29 % nicht ausgeglichen werden konnte.

Die Daten dieses Jahres machen die Abhängigkeit des Biersektors vom Gastronomiekanal noch deutlicher. Die Schließung der Konsumorte hat die Produzenten schwer getroffen. So stellen wir fest, dass die Nutzung von Fässern im Jahr 2020 um ein Drittel zurückging, während die Dose (ein Format, das vor allem in Supermärkten verkauft wird) ihre Verkäufe im gleichen Maße steigerte. Tatsächlich wurden sechs von zehn Bieren über den Lebensmittelhandel verkauft – eine Anomalie im Vergleich zu früheren Jahren.

Cerveceros de España

Dies hat sich direkt auf die Bierproduktion ausgewirkt, die um 12 % zurückging und damit wieder das Niveau der Wirtschaftskrise vor einem Jahrzehnt erreichte. Insgesamt produzierte der nationale Sektor 34,7 Millionen Hektoliter. Im Fall der Mikro- bzw. Craft-Brauereien liegt der Produktionseinbruch bei rund 40 %. Außerdem hat jede zehnte Brauerei ihre Türen geschlossen.

Dennoch stiegen die spanischen Bierexporte im Jahr 2020 um 19 %, wobei der Großteil nach Portugal, ins Vereinigte Königreich, nach China und nach Äquatorialguinea ging. Dazu erklärte Jacobo Olalla, Generaldirektor von Cerveceros de España, bei der Vorstellung des Berichts, dass „Faktoren wie Popularität und Qualität spanische Biere selbst in einem so schwierigen Jahr wie 2020 zu einem im Ausland sehr begehrten Produkt machen. Ein Beleg dafür ist, dass die Bierexporte in den letzten zehn Jahren um mehr als 300 % gewachsen sind“.

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Auf steuerlicher Ebene hat der Staat 33 % weniger Steuern eingenommen als 2019, also 2.000 Millionen Euro weniger. Im Hinblick auf die Gegenwart hat das erste Halbjahr 2021 die Zahlen vor der Pandemie noch nicht wieder erreicht. In diesem Sinne erweist sich die Impfung als Schlüsselelement, um den Tourismus im Sommer wiederzubeleben.

Es ist nicht alles verloren, denn Bier bleibt weiterhin das Lieblingsgetränk der Spanier, da 80 % der Erwachsenen es konsumieren. Angesichts des Querschnittscharakters von Bier, das weder wirtschaftliche Schichten noch Geschlechter unterscheidet, gibt es Gründe, optimistisch auf die Erholung des Sektors ab den Sommermonaten zu blicken.

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