IPA steht für India Pale Ale. Es ist der Stil, der die Herzen der Bierfans erobert hat, und zählt zu den beliebtesten Craft-Bieren. Man genießt ihn nicht nur in den besten Bierbars, sondern findet ihn inzwischen auch in Supermärkten. IPAs sind obergärige Biere (Ale), das heißt, die Hefe arbeitet bei höheren Temperaturen als bei untergärigen Bieren (Lager).

IPAs sind Biere, bei denen eine größere Menge Hopfen eingesetzt wird. Hopfen ist eine Blüte, die dem Bier Bittere, Aroma und Geschmack verleiht. Je nach verwendeten Sorten kann er uns zum Beispiel an Gras, Kiefer oder verschiedene Früchte erinnern. Die Zugabe von Hopfen wurde populär, weil er ein natürliches Konservierungsmittel ist. Zusammen mit einer höheren Hopfengabe sind IPAs alkoholstärkere Biere. Der Wert variiert, aber üblicherweise liegen sie zwischen 6 % und 8 % Alkohol. Dennoch braut jeder Brauer diesen Stil auf seine Weise. Die Grundidee ist, dass eine IPA ein bitteres, aromatisches und alkoholstarkes Bier ist.
Die Ursprünge der IPA reichen in die Zeit des britischen Imperialismus zurück. Der Geschichte nach transportierten die Engländer ihr Bier per Schiff von den britischen Inseln nach Indien. Bier ist unter normalen Bedingungen ein verderbliches Produkt; daher verdarb es unterwegs. Welche Lösung fanden sie? Sie begannen, ein Bier mit mehr Alkohol und mehr Hopfen zu brauen, um es besser zu konservieren. Das Ergebnis ist ein geschmackvolleres und aromatischeres Getränk. In Indien verdünnten die Kolonisten dieses Bier nicht mit minderwertigen Bieren oder Wasser, sondern genossen es pur. Wenn sie nach England zurückkehrten, erschienen ihnen die englischen Biere im Vergleich dazu zu leicht.

Dieser Stil hat sich weiterentwickelt und erfreut sich in den letzten Jahren vor allem in den USA großer Beliebtheit. In kurzer Zeit braut fast jede Mikrobrauerei der Welt mindestens ein IPA. Als sich entwickelndes Phänomen strebt das IPA jedoch in Richtung Vielfalt. So finden wir Unterstile wie American IPA (stärker gehopft), Double‑Triple‑Imperial IPA (alkoholstärker und bitterer), White IPA (mit Weizen), Black IPA (mit dunklen Malzen), Session IPA (fruchtig und alkoholarm) usw.
Das Angebot an India Pale Ales wächst ständig. So haben im letzten Jahr beispielsweise die New England IPA (trüb, fruchtig und aromatisch) die Zapfhähne und Regale der Fachgeschäfte erobert. Jede Brauerei bemüht sich, ihr Produkt zu differenzieren, sodass jedes IPA einzigartig ist. Wie wird sich der Stil 2018 weiterentwickeln und welche Trends werden sich abzeichnen?
