Dutzende verschiedener Biere drängen alle paar Monate auf den Markt. Das ist eine der sichtbarsten Folgen des Craft-Booms als sich entwickelndes Phänomen. In diesem Wirbel aus Marken, Etiketten und Namen gibt es Biere aller Art. Die Bierstile ermöglichen es uns, die verschiedenen Varianten einzuordnen.
Wir ordnen Biere anhand ihrer Eigenschaften bestimmten Stilen zu. Auf diese Weise teilen Brauer und Konsumenten einen gemeinsamen Bezugsrahmen, in dem beide in der Lage sind, die Besonderheiten des Produkts zu erkennen. Unter den möglichen Klassifikationen ist die des Beer Judge Certification Program, kurz BJCP, am weitesten verbreitet.
Das BJCP ist eine US‑amerikanische Organisation, die 1985 gegründet wurde und einen Bierstil‑Leitfaden veröffentlicht, der im Laufe der Zeit aktualisiert wird. Die jüngste Version dieses Dokuments umfasst rund hundert Bierstile. Obwohl der BJCP‑Leitfaden ursprünglich geschaffen wurde, um Wettbewerbe von Hobbybrauern zu regulieren, hat er sich heute zu einer weltweiten Referenz entwickelt.

Innerhalb der Bierstile finden wir zwei große Familien. Zum einen sind die Lagerbiere untergärige Biere. Das heißt, die Hefe vergärt bei einer Temperatur von etwa 5–10 ºC während mindestens zwei Monaten. Es ist ein langsamerer Prozess als die Herstellung eines Ales, der anderen großen Bierfamilie. Ales vergären in wenigen Wochen bei 18–23 ºC.
Außerdem heißt die Hefe, die für Lagerbiere verantwortlich ist, Saccharomyces carlsbergensis, während die Hefe der Ales Saccharomyces cerevisiae genannt wird. Im Allgemeinen sind Ales geschmacksintensiver und fruchtiger als Lagerbiere, auch wenn es vom jeweiligen Stil abhängt.
Neben diesen beiden großen Familien gibt es Biere mit Spontangärung. Bei der Herstellung dieser besonderen Biere kommen wilde Hefen, Bakterien und Pilze zum Einsatz. So entstehen eigenwillige Aromen und Geschmacksnoten. Diese Biere sind auch unter dem Namen Lambic bekannt.

Auch die Biere, die wir gewöhnlich trinken, gehören einem bestimmten Stil an. So ist das typische spanische „Caña“ eine Lager; die meisten deutschen Weizenbiere, die zu uns kommen, sind Weissbier; und die dunklen Biere von den Britischen Inseln werden als Stout oder Porter bezeichnet.
Dank der Einteilung nach Stilen haben Verbraucher und Brauer einen gemeinsamen Bezugsrahmen, in dem sie jeden Biertyp verstehen können. Das nächste Mal, wenn du nicht weißt, wie ein Bier ist, ist es ganz einfach: Du musst nur auf das Etikett schauen, den Stil finden und im Internet danach suchen.
