Bier in der Vorgeschichte

|David Varela Naranjo
La cerveza en la prehistoria-Install Beer

Die jüngsten Studien verorten den Ursprung des Bieres vor 13.000 Jahren in Israel. Forschende der Stanford University fanden in einer Höhle nahe der Stadt Haifa Rückstände der Alkoholproduktion aus der Verarbeitung von Getreide. Ältere Funde sind nicht bekannt. Sicher ist, dass dieses primitive Bier wenig mit dem heutigen Getränkekonzept zu tun hatte. Es handelte sich eher um eine Art Brei oder Getreidesuppe. Klar ist auch, dass sein Konsum mit wichtigen Ereignissen wie etwa dem Tod verbunden war, denn diese Bierreste wurden in einer ehemaligen Grabstätte gefunden. Für diese Menschen stellte Bier „einen Mechanismus der sozialen Regulierung in hierarchischen Gesellschaften“ dar, so Wang, Mitautor der Studie.

Prehistoria cerveza

So groß ist die Bedeutung des Bieres für diese frühen Kulturen, dass einige Thesen besagen, dass Bier – und nicht Brot, wie wir bisher glaubten – den Anstoß für Ackerbau und sesshafte Lebensweise gab. „Diese Entdeckung zeigt, dass die Herstellung von Alkohol nicht unbedingt das Ergebnis landwirtschaftlicher Überschüsse war, sondern sich zumindest teilweise für rituelle Zwecke und spirituelle Bedürfnisse entwickelte, noch bevor es Ackerbau gab“, erklärt Li Liu, Professorin in Stanford und Leiterin der Studie.

In Spanien finden wir die ältesten Spuren der Bierherstellung in Barcelona, in der Höhle von Sant Sadurní. Tatsächlich handelt es sich bei diesem Fund um die ältesten Rückstände von Mälzung und Bierfermentation in Europa. Man entdeckte Bierreste in einer Grabbeigabe aus dem mittleren Neolithikum (5500–4000 v. Chr.). Anstelle von Hopfen verwendeten die prähistorischen Menschen Pflanzen aus der Umgebung wie Thymian und Beifuß. Sie kannten die Existenz von Hefe nicht, sodass die Gärung entweder spontan erfolgte, indem man die Würze an der Luft stehen ließ, oder dadurch, dass man Honig und/oder Wildbeeren mit Hefen auf der Oberfläche hinzufügte.

Prehistoria cerveza

In beiden Fällen erfüllte Bier in der prähistorischen Gesellschaft eine „festliche“ Funktion im Rahmen der Rituale für die Verstorbenen. Fachleute gehen nicht davon aus, dass Bier ein Nebenprodukt von Getreideüberschüssen war, sondern dass kleine Gruppen es gezielt herstellten.

Erwähnenswert ist der Vorschlag von Fermun Beers, dieses prähistorische Bier nachzubrauen und an den heutigen Geschmack anzupassen. Dafür verwenden sie Gerstenmalz, Brombeeren, Beifuß, Zitronenverbene und Honig, der ihm einen fruchtigen und milden Geschmack verleiht. Hopfen wird nicht eingesetzt. Dieses Bier dient der Finanzierung der Forschung des Kollektivs für Vorgeschichtsforschung und Archäologie des Garraf.

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