Cold IPAs sind der neue Trend in den USA, dem wichtigsten Exportland für Biertrends. Diese IPA ist trockener und weniger esterbetont und wurde mit dem Ziel entwickelt, dem Hopfen noch mehr Bühne zu geben. Es ist noch zu früh, um zu sagen, ob sie nur eine Modeerscheinung wie die Brut IPA sein wird oder ob sie sich wie die New England IPA etabliert – aber woher kommt der Name?

Die Cold IPA entstand aus der Zusammenarbeit zweier US-amerikanischer Brauereien, Wayfinder Beer und Ecliptic Brewing, mit dem Ziel, ein noch deutlicheres Hopfenaroma zu bieten. Nach den Worten des Braumeisters von Wayfinder Beer, Kevin Davey, unterscheiden viele Konsumenten die fruchtigen Ester der Hefe nicht von den ätherischen Ölen des Hopfens. Daher brauten sie eine IPA mit Lagerhefe. Ist das also eine India Pale Lager? Nein, denn sie vergärt bei 18 °C, einer für untergärige Biere hohen Temperatur, die jedoch die Bildung der für Ale-Hefe typischen Ester verhindert. Außerdem wird die India Pale Lager mit europäischen Hopfensorten gebraut, während in der Cold IPA amerikanische, ozeanische und südafrikanische Hopfen zum Einsatz kommen.
Also könnte es wegen der Hopfen eine West Coast IPA sein? Eben nicht, denn sie ist noch trockener aufgrund der Zugabe von Zusatzstoffen wie Mais und Reis. Auf diese Weise erhält man einen leichten, erfrischenden Körper, ohne auf den Alkoholgehalt einer IPA zu verzichten. Außerdem eröffnet der Stil erneut die Debatte über den Einsatz von Zusatzstoffen im Craftbier, da diese bis vor wenigen Jahren mit Industriebier in Verbindung gebracht wurden. Die Antwort ist wie immer dieselbe: Die Verwendung von Zusatzstoffen widerspricht nicht dem handwerklichen Geist, wenn ihre Verwendung nicht der Kostensenkung dient, sondern dazu beiträgt, das Bier abzurunden.

All dies führt zu einem frischen Bier (daher „cold“), das sich in großen Schlucken trinken lässt, ohne auf ein außergewöhnliches Hopfenaroma zu verzichten. Tatsächlich nutzt die Cold IPA nicht nur die Technik des Dry Hopping, sondern auch ein Hopfenstopfen im Kräusenstadium, um während der Gärung noch frischeren Hopfen einzubringen. Aus dieser deutschen Technik ergibt sich auch die Entfernung von Aromastoffen aus der Gärung, die die Hopfenaromen überlagern könnten.
In Internetforen wird dieses neue Sub-Genre heiß diskutiert. Manche halten es nicht für so verschieden von bereits existierenden Bieren, doch die Realität ist, dass mehrere spanische Brauereien wie La Quince, nationale Pioniere in der Herstellung von Cold IPA, bereits ihre ersten Dosen mit dieser Bezeichnung auf den Markt gebracht haben. Es wird sich mit der Zeit zeigen, ob dieser Stil die Zapfhähne und Kühlschränke der Beer Hunter erobert. Wird er es sogar in die nächste Aktualisierung des BJCP schaffen?
